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GEO/GEOSS-Eine Vision geht in die Halbzeit
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| Der Aufbau eines "Global Earth Observation System of Systems" (GEOSS) wurde 2005 als politische Initiative der G8 postuliert. Ein freiwilliger Verbund der an GEOSS interessierten Staaten, die "Group on Earth Observations" (GEO) wurde gegründet. In einem 10-Jahresprogramm 2005-2015 wurden der Weg zur Entstehung von GEOSS definiert. |
Ein Neues Bild der Erde
Die Erdbeobachtungssatelliten haben in den letzten 10-20 Jahren unser Bild von der Erde revolutioniert. Der Einfluss der Menschen auf die Luftqualität und das Klima, aber auch die atemberaubende Vielfalt und die Tragweite natürlicher Vorgänge wurde uns klar und deutlich wie niemals zuvor vor Augen geführt. Unsere Augen und Ohren im Weltraum, zusammen mit der Vielfalt der Daten aus erdgebundenen Systemen, erlauben es den Forschern, immer genauere Analysen und Prognosen über aktuelle und zukünftige Entwicklungen abzugeben.
Abbildung: NASA-Satellit zeigt das Ausmaß der Luftverschmutzung über China (© NASA, 2009)
Abbildung: Riesige Waldbrände wüten über
Sibirien im Sommer 2003. Der Rauch von den Bränden hüllt
weite Gebiete über Asien ein (Quellen: NASA; 2003 and Global
Fire Monitoring Centre, 2003)
Die Menschheit hat ein Recht auf alle Informationen über
die Erde
Eines der Grundpfeiler von GEO/GEOSS ist neben der Datenharmonisierung
und Koordination der Systeme der freie globale Austausch von
Erdbeobachtungsdaten. Die Daten von GEOSS werden als globales
öffentliches Gut gesehen. Dieser Paradigmenwechsel leitete
einen der faszinierendsten Prozesse in der Geschichte der Wissenschaft
und Technik ein. An der Vision der "Daten-Demokratie"
arbeiten mittlerweile alle wesentlichen Staaten dieser Erde,
freiwillig, aber mit ganzer Kraft.
2010-Auf halbem Weg zur Vision
Das Jahr 2010 markiert die Halbzeit auf dem Weg zu GEOSS. Einige
"Show Cases" für das zukünftige Potential
des GEOSS sind bereits vorhanden, und die Architektur und die
gemeinsame Infrastruktur von GEOSS nimmt zum ersten Mal Gestalt
an. Im November 2010 findet ein "Erdbeobachtungsgipfel"
in Peking statt. Es wird erwartet, dass die Regierungen dieser
Welt bei dieser Gelegenheit ein starkes und unüberhörbares
Bekenntnis zu GEOSS abgeben.
European Space Agency

© ESA, 2009
Europas starkes Bekenntnis zu GEO und GEOSS
Im Rahmen seines Weltraumprogrammes hat die Europäische
Union das Programm "Global Monitoring for Environment and
Security" (GMES) ins Leben gerufen. Dieses Programm unterstützt
den Aufbau von GEOSS finanziell und logistisch. Weiters hat
die EU auch wichtige gesetzliche Initiativen in diesem Bereich
gestartet. Eine Richtlinie des Europäischen Parlamentes
und des Rates zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der
Europäischen Gemeinschaft ("INSPIRE") trat am
14. März 2007 in Kraft.
Österreichs Beitrag zu GEO/GEOSS
Österreich erklärte im März 2009 seinen Beitritt
zu GEO. Im November 2009 nahm eine österreichische Delegation
zum ersten Mal formal an einer GEO Versammlung teil und gab
eine Erklärung zur vollen Unterstützung der Ziele
und Inhalte der Initiative ab. Die Zentralanstalt für Meteorologie
und Geodynamik wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft
und Forschung mit der österreichischen GEO-Koordination
betraut. Österreich bringt sich seitdem organisatorisch
und inhaltlich in GEO ein, und zwar durch die aktive Mitarbeit
in GEO-Komitees sowie die Teilnahme an technischen "GEO-Tasks".
Weiteres unterstützt Österreich GEO im Rahmen seiner
Mitgliedschaft in der Europäischen Union und in technischen
Organisationen, zum Beispiel in der Europäischen Weltraumagentur.

Abbildung: Österreich hat den Co-Lead über den
GEO-Task "Globale Phänologiedaten". Mit Hilfe
von historischen Dokumenten über Weinernten in Klosterneuburg
und Wien konnte z.B. der Temperaturverlauf in der Region seit
1531 rekonstruiert werden (ZAMG, 2010).
WICHTIGE LINKS
Group
on Earth Observation
Österreichisches
GEO Sekretariat
GEO-Portal
von ESA/FAO
Dr. Gerhard Wotawa, M.A. (Int. Rel.), Zentralanstalt
für Meteorologie und Geodynamik, GEO Koordinator Österreich
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