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GEO/GEOSS-Eine Vision geht in die Halbzeit



Group on Earth Observations - Logo
GEO Koordinator Österreich Dr.Gerhard Wotawa im Gespräch.
ISendung - 27.03.2010 ab 0:00 Uhr
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Der Aufbau eines "Global Earth Observation System of Systems" (GEOSS) wurde 2005 als politische Initiative der G8 postuliert. Ein freiwilliger Verbund der an GEOSS interessierten Staaten, die "Group on Earth Observations" (GEO) wurde gegründet. In einem 10-Jahresprogramm 2005-2015 wurden der Weg zur Entstehung von GEOSS definiert.


Ein Neues Bild der Erde


Die Erdbeobachtungssatelliten haben in den letzten 10-20 Jahren unser Bild von der Erde revolutioniert. Der Einfluss der Menschen auf die Luftqualität und das Klima, aber auch die atemberaubende Vielfalt und die Tragweite natürlicher Vorgänge wurde uns klar und deutlich wie niemals zuvor vor Augen geführt. Unsere Augen und Ohren im Weltraum, zusammen mit der Vielfalt der Daten aus erdgebundenen Systemen, erlauben es den Forschern, immer genauere Analysen und Prognosen über aktuelle und zukünftige Entwicklungen abzugeben.

Luftverschmutzung über China
Abbildung: NASA-Satellit zeigt das Ausmaß der Luftverschmutzung über China (© NASA, 2009)

Riesige Waldbrände wüten über Sibirien im Sommer 2003
Abbildung: Riesige Waldbrände wüten über Sibirien im Sommer 2003. Der Rauch von den Bränden hüllt weite Gebiete über Asien ein (Quellen: NASA; 2003 and Global Fire Monitoring Centre, 2003)


Die Menschheit hat ein Recht auf alle Informationen über die Erde


Eines der Grundpfeiler von GEO/GEOSS ist neben der Datenharmonisierung und Koordination der Systeme der freie globale Austausch von Erdbeobachtungsdaten. Die Daten von GEOSS werden als globales öffentliches Gut gesehen. Dieser Paradigmenwechsel leitete einen der faszinierendsten Prozesse in der Geschichte der Wissenschaft und Technik ein. An der Vision der "Daten-Demokratie" arbeiten mittlerweile alle wesentlichen Staaten dieser Erde, freiwillig, aber mit ganzer Kraft.


2010-Auf halbem Weg zur Vision


Das Jahr 2010 markiert die Halbzeit auf dem Weg zu GEOSS. Einige "Show Cases" für das zukünftige Potential des GEOSS sind bereits vorhanden, und die Architektur und die gemeinsame Infrastruktur von GEOSS nimmt zum ersten Mal Gestalt an. Im November 2010 findet ein "Erdbeobachtungsgipfel" in Peking statt. Es wird erwartet, dass die Regierungen dieser Welt bei dieser Gelegenheit ein starkes und unüberhörbares Bekenntnis zu GEOSS abgeben.


European Space Agency

ESA
© ESA, 2009


Europas starkes Bekenntnis zu GEO und GEOSS


Im Rahmen seines Weltraumprogrammes hat die Europäische Union das Programm "Global Monitoring for Environment and Security" (GMES) ins Leben gerufen. Dieses Programm unterstützt den Aufbau von GEOSS finanziell und logistisch. Weiters hat die EU auch wichtige gesetzliche Initiativen in diesem Bereich gestartet. Eine Richtlinie des Europäischen Parlamentes und des Rates zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft ("INSPIRE") trat am 14. März 2007 in Kraft.


Österreichs Beitrag zu GEO/GEOSS

Österreich erklärte im März 2009 seinen Beitritt zu GEO. Im November 2009 nahm eine österreichische Delegation zum ersten Mal formal an einer GEO Versammlung teil und gab eine Erklärung zur vollen Unterstützung der Ziele und Inhalte der Initiative ab. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung mit der österreichischen GEO-Koordination betraut. Österreich bringt sich seitdem organisatorisch und inhaltlich in GEO ein, und zwar durch die aktive Mitarbeit in GEO-Komitees sowie die Teilnahme an technischen "GEO-Tasks". Weiteres unterstützt Österreich GEO im Rahmen seiner Mitgliedschaft in der Europäischen Union und in technischen Organisationen, zum Beispiel in der Europäischen Weltraumagentur.

Temperaturverlauf seit 1531 in Klosterneuburg und Wien
Abbildung: Österreich hat den Co-Lead über den GEO-Task "Globale Phänologiedaten". Mit Hilfe von historischen Dokumenten über Weinernten in Klosterneuburg und Wien konnte z.B. der Temperaturverlauf in der Region seit 1531 rekonstruiert werden (ZAMG, 2010).

WICHTIGE LINKS
Group on Earth Observation
Österreichisches GEO Sekretariat
GEO-Portal von ESA/FAO


Dr. Gerhard Wotawa, M.A. (Int. Rel.), Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, GEO Koordinator Österreich

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